Liebe Telgterinnen und Telgter,

am 13. September trete ich erneut zur Wahl für das Amt des Bürgermeisters an. Die Entscheidung dazu habe ich nach reiflicher Überlegung getroffen, denn zehn Jahre in diesem Amt sind schon eine lange und fordernde Zeit. Zu dieser Entscheidung stehe ich aber auch unter den aktuell schwierigen Bedingungen und bitte um Ihre Unterstützung für eine dritte Amtszeit.

Ich möchte weiterhin mit Freude und Elan an der Gestaltung und Entwicklung unserer Stadt mitwirken.

Die vielfältigen Herausforderungen – von der baulichen Entwicklung unserer Schulen und Kitas, einer zukunftsfähigen Mobilität, einem konsequenten Klimaschutz, dem weiteren Ausbau von Arbeits- und Ausbildungsplätzen über die gezielte Stärkung der Innenstadt bis hin zum Erhalt eines attraktiven kulturellen Angebotes sowie der Sport- und Freizeitmöglichkeiten, ja der ganzen bunten Vielfalt des öffentlichen Lebens in Telgte – sind für mich Antrieb, als Bürgermeister weiter zu machen.

Es geht mir darum, Verantwortung für die Stadt und ihre Geschicke zu übernehmen, für unser demokratisches Miteinander, für den Umgang von Verwaltung und Politik mit den Menschen in Telgte und ihren Interessen und Anliegen.

Ihr

  • 59 Jahre
  • verheiratet, zwei erwachsene Töchter
  • Abitur 1981 am Gymnasium Loburg
  • 1981/82 Zivildienst an der Körperbehindertenschule des LWL in Münster
  • Studium Philosophie, Geschichte und Politikwissenschaft an der WWU Münster, Abschluss MA
  • 1989 bis 2010 Geschäftsführer der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Landschaftsverband Westfalen-Lippe
  • 1984-1987 sachkundiger Bürger für die GRÜNEN im Rat der Stadt Telgte
  • seit 1987 Mitglied im Rat der Stadt Telgte
  • über 15 Jahren Fraktionssprecher der Grünen in Telgte
  • von Dezember 2009 bis Mai 2010 Mitglied des Kreistages
  • seit Mai 2010 Bürgermeister der Stadt Telgte

Rad fahren, Gartenarbeit, Lesen, Kochen, Musik hören von Rock über Klassik bis Jazz

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Videovorstellung Wolfgang Pieper

Eine Stadt darf sich nicht auf dem Erreichten ausruhen, neue Entwicklungen und Herausforderungen verlangen nach neuen Anstrengungen und Antworten der Verantwortlichen und der Bürgerschaft. Deshalb möchte ich in den nächsten fünf Jahren…

… weiterhin ein offenes Ohr haben für die kleineren und größeren Anliegen, Probleme und Fragestellungen,

….für eine offene und gute Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und den von Ihnen gewählten Mitgliedern des Stadtrates eintreten,

… die Bürgerinnen und Bürger auch weiterhin intensiv an den Weichenstellungen und an der Entwicklung unserer Stadt  beteiligen.

Mein Ziel für die kommenden fünf Jahre ist es, vor dem Hintergrund des Machbaren die Lebensqualität für alle Telgter Bürgerinnen und Bürger weiter zu verbessern. Hierfür werbe ich um Ihre Unterstützung.

Wir haben gemeinsam – Rat, Verwaltung und Bürgerschaft – viel erreichen können und dazu beigetragen, dass Telgte seinen Charakter als eine bodenständige und traditionsbewusste, zugleich auch lebendige, bunte, weltoffene und attraktive Stadt bewahren und ausbauen konnte.

Was wir gemeinsam erreicht haben in exemplarischen Stichworten:

  • Massiver Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder an allen Kita-Standorten und Gründung und Betrieb von vier (!) neuen Kitas im Stadtgebiet
  • Eine gemeinsam getragene Schulentwicklungsplanung für die vier Grundschulen und die beiden weiterführenden Schulen der Stadt Telgte; eine positive Grundsatzentscheidung zur baulichen und räumlichen Weiterentwicklung aller Schulen, um den sich ändernden Anforderungen an die Schulen der Zukunft gerecht zu werden
  • Erfolgreiche Weiterentwicklung der Sekundarschule an der Marienlinde und deren gute Kooperation mit dem Gymnasium
  • Erweiterung der Christopherus-Grundschule in Westbevern-Dorf durch einen funktionalen und ansprechenden Neubau
  • Gute Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Telgte mit einer weiterhin wachsenden Zahl an Ausbildungs- und Arbeitsplätzen
  • Ausweisung und Vermarktung neuer Gewerbeflächen im Kiebitzpohl
  • Energieeinsparung und Effizienzsteigerung durch den Einsatz sauberer und erneuerbarer Energien; massive Anstrengungen für den kommunalen Klimaschutz
  • Gezielte Schritte zur Ausweisung von Wohnbauland und damit zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum; Stärkung des sozialen Wohnungsbaus
  • Realisierung des Feuerwehrgerätehauses an der Alverskirchener Straße; erste Schritte zur Realisierung eines neuen Gerätehauses in Westbevern-Dorf; Beschaffung von Fahrzeugen und Gerät für die wichtige ehrenamtliche Arbeit der Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr
  • Maßnahmen zur Stärkung und Attraktivitätssteigerung der Historischen Altstadt; Start der gemeinsamen Arbeit an einem Masterplan Innenstadt
  • Umbau der Orkottenstraße einschließlich eines Kreisverkehrs und Schaffung der kombinierten Geh- und Radwege sowie Umgestaltung des Gildeweges mit dem Verknüpfungspunkt zwischen Bus und Bahn
  • Schaffung neuer attraktiver Radwege unter anderem an der Wolbecker Straße, im Verlauf der neuen Umflutbrücke am Emstor u.a.
  • Schrittweise Realisierung alltagstauglicher Radwege – Velorouten – von und nach Münster
  • Umbau erster Bushaltestellen zu barrierefreien Ein- und Ausstiegspunkten
  • Barrierefreier Umbau und Neugestaltung der Historischen Altstadt im Bereich von Markt und Kapellenstraße sowie Herrenstraße und Kardinal-von-Galen-Platz
  • Umgestaltung und Verbesserung des Fußweges in Westbevern-Dorf im Bereich der Kreuzung von Grevener- und Lengericher Straße sowie schrittweise Verbesserungen für den Radverkehr in den Ortsteilen Westbevern-Dorf und Westbevern-Vadrup
  • Erarbeitung des Dorfinnenentwicklungskonzeptes Raestrup mit einer breiten Beteiligung durch die Raestruperinnen und Raestruper und die planerische Vorbereitung für den Bau eines Gemeindehauses Raestrup durch den dortigen Trägerverein
  • Naturnahe und die Artenvielfalt fördernde Umgestaltung öffentlicher Flächen im Stadtgebiet, in den Emsauen u.a.
  • Vielfältige Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an Stadtentwicklungsprozessen
  • Eine gute Unterbringung und Integration der zu uns gekommenen Geflüchteten
  • Eine gute und angemessene Bewältigung der aktuellen Herausforderungen in der Corona-Krise

Gemeinsam mit Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt, mit dem Rat und der Verwaltung möchte ich in den kommenden fünf Jahren:

  • die Schullandschaft und die Angebote zur Kinderbetreuung kontinuierlich den sich verändernden Anforderungen anpassen und ausbauen – Bildung und Betreuung haben dabei für mich in den nächsten Jahren höchste Priorität
  • eine zielgerichtete Strategie für Klimaschutz und Energiewende hier vor Ort mutig weiterentwickeln und noch konsequenter umsetzen
  • die Barrierefreiheit für Menschen mit Handicaps oder Behinderungen verbessern
  • die Infrastruktur bei Gewerbe- oder Wohnbauflächen, kommunalen Gebäuden wie den Schulen, öffentlichen Gebäuden und Feuerwehrgerätehäusern, wie auch die zukunftssichere Versorgung mit Energie, Wasser und Telekommunikation nachhaltig und zukunftstauglich weiterentwickeln
  • die Schaffung bezahlbaren (geförderten) Wohnraums vorantreiben und mit Blick auf den Flächenverbrauch eine behutsame und maßvolle Weiterentwicklung für Wohnbauflächen in unserer Stadt fortsetzen
  • eine menschenwürdige Unterbringung, Betreuung und Integration der zu uns kommenden Flüchtlinge in alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens sicherstellen
  • die Stärken unserer Historischen Altstadt und der dort tätigen Akteurinnen und Akteure vom Einzelhandel und der Gastronomie über Dienstleistungen, kulturelle und museale Angebote bis hin zum Wohnen weiter gezielt unterstützen und dabei zugleich städtebauliche und architektonische Brüche in diesem sensiblen Umfeld vermeiden
  • das großartige kulturelle Angebot Telgtes – unter anderem mit dem Kulturprogramm im Bürgerhaus, mit der städtischen Musikschule, mit dem Museum RELíGIO u.v.m. – erhalten und weiterentwickeln.

Liebe Telgterinnen und Telgter,

die Kommunalwahlen am 13. September finden wirklich unter ungewöhnlichen Voraussetzungen statt. Die Kandidatinnen und Kandidaten der Parteien für den Stadtrat (und für den Kreistag) stellen sich unter Corona-Bedingungen zur Wahl: Wenig direkter Kontakt, viel Abstand, kaum „echte“ Veranstaltungen, dafür eher Online-Formate…

Das gilt natürlich auch für die Bürgermeisterwahl in Telgte. Ich habe mich im September letzten Jahres entschieden, mich für eine weitere Amtszeit zu bewerben. Dazu hat mich meine Partei – der Ortsverband von Bündnis 90/DIE GRÜNEN – im Dezember nominiert, und jetzt haben Sie als Wählerinnen und Wähler am 13. September die Qual der Wahl.

Obwohl – Qual der Wahl? Leider hat keine der anderen Parteien eine Bewerberin oder einen Bewerber für das Amt des Bürgermeisters für Telgte aufgestellt. Ich bedauere das, denn eine Demokratie lebt natürlich vom Wettbewerb auch der personellen Angebote. Aber auch wenn ich der einzige Bewerber bin: Ich stelle mich nach 2010 und 2016 gern erneut der Verantwortung als Bürgermeister für Telgte!

Die letzten Wochen und Monate waren mit dem vollen Krisenmanagement der Corona-Zeit, dem tragischen Brückenteil-Absturz in Westbevern-Vadrup und dem erneuten Lockdown für den Kreis Warendorf im Juni tatsächlich sehr herausfordernd. Ich glaube, dass wir aus der Corona-Krise viel für die Zukunft lernen können. Eine Krise weit größeren Ausmaßes stellt der dramatische Klimawandel dar – dies erfordert ein ähnlich konsequentes Handeln von Politik, Verwaltung und Bürgerschaft. Zur Erreichung unserer Klimaziele müssen wir mutigere Schritte gehen als bislang, und wir müssen dafür heute die Ressourcen bereitstellen, denn jetzt nicht oder nur halbherzig zu handeln, setzt tatsächlich unsere Lebensgrundlagen auf diesem Planeten aufs Spiel.

Die Entscheidung, erneut für das Amt des Bürgermeisters anzutreten, habe ich nach reiflicher Überlegung getroffen: Zu dieser Entscheidung stehe ich auch unter den aktuell schwierigen Bedingungen und bitte um Ihre Unterstützung für eine dritte Amtszeit. Ich möchte weiterhin mit Freude und Elan an der Gestaltung und Entwicklung unserer Stadt mitwirken.

Die vielfältigen Herausforderungen – von der baulichen Entwicklung unserer Schulen und Kitas, einer zukunftsfähigen Mobilität, einem konsequenten Klimaschutz, dem weiteren Ausbau von Arbeits- und Ausbildungsplätzen über die gezielte Stärkung der Innenstadt bis hin zum Erhalt eines attraktiven kulturellen Angebotes sowie der Sport- und Freizeitmöglichkeiten, ja der ganzen bunten Vielfalt des öffentlichen Lebens in Telgte – sind für mich Antrieb, als Bürgermeister weiter zu machen.

Es geht mir darum, Verantwortung für die Stadt und ihre Geschicke zu übernehmen, für unser demokratisches Miteinander, für den Umgang von Verwaltung und Politik mit den Menschen in Telgte und ihren Interessen und Anliegen.

Ihr
wolfgang pieper

Liebe Telgterinnen und Telgter,

so langsam kann man es ja fast nicht mehr hören: Seit Wochen Corona, Corona, Corona – und es ist ja noch kein Ende in Sicht. Und dann diese unterschiedlichen und teilweise widersprüchlichen Informationen, die ständig neuen Regelungen und Maßnahmen, die Verordnungen und Erlasse, Beschränkungen und Kontaktverbote… Man könnte sich in Rage schreiben.

Nützt aber nichts. Die Situation ist wie sie ist, die Auswirkungen waren, sind und bleiben dramatisch und zugleich unklar. Aber die Corona-Krise hat meines Erachtens auch gezeigt, dass staatliche und kommunale Stellen, dass Bund, Länder und Kommunen in der Lage sind, strukturiert und effektiv mit einer solchen Krise umzugehen. Und das beruhigt mich.

Wenn es auch sonst genug zu kritisieren und zu bemängeln gibt, Deutschland geht alles in allem einen guten und vernünftigen Weg in der Corona-Krise, die Politik wirbt für Akzeptanz und Einhaltung der Regeln, und die meisten Menschen verhalten sich umsichtig und rücksichtsvoll, schützen sich und andere.

Es gibt auch durchaus Aspekte, die wir aus dieser schwierigen Phase lernen und hoffentlich mitnehmen können: Die Wichtigkeit von ärztlicher Versorgung und Pflege, die Wichtigkeit von Betreuung und Unterstützung Hilfebedürftiger, die enorme Bedeutung der Digitalisierung und die Notwendigkeit, ihre Potenziale zur Kommunikation und Ressourcenschonung konsequenter zu nutzen. Aber auch die Unwichtigkeit manch anderer Dinge und Errungenschaften, die plötzlich an Bedeutung verloren haben.

Und eine weitere Erkenntnis hat ganz viele von uns mit Wucht erreicht, vielleicht eher wie ein beklemmendes Gefühl statt einer klaren Erkenntnis: Unser Leben und Tun, unser Arbeiten und Wirtschaften, unser Lebensstandard – all das ist fragil, zerbrechlich und flüchtig, abhängig von vielen Faktoren und findet häufig auch auf Kosten anderer statt. Und so paradox es klingt: Die Corona-Pandemie hat binnen kürzester Zeit mehr zum Umwelt- und Klimaschutz beigetragen als viele Klimakonferenzen, Beschlüsse und Maßnahmepakete zuvor. Die Krise und in ihre fast unübersehbaren Folgen zeigen uns ja nur zu deutlich, dass wir uns an einen Lebensstil und Lebensmodus gewöhnt haben, die uns und diesem Planten nicht guttun.

Vielleicht liegt gerade deshalb in dieser Krise auch die Chance auf einen neuen Start mit anderen Akzenten, zukunftsorientiert und nachhaltig, und einem anderen Verständnis unseres Umgangs miteinander und mit diesem Planeten.

Ihr
wolfgang pieper

Liebe Telgterinnen und Telgter,

der 13. September 2020 ist ein ganz besonderer Termin. Wer in den Kalender für das nächste Jahr schaut, erkennt sofort: Das ist Kirmessonntag in Telgte, zwei Tage vor dem Mariä-Geburts-Markt. Definitiv ein wichtiger Tag also.

Ach richtig, und gleichzeitig ist das der Sonntag, an dem in ganz Nordrhein-Westfalen neue Stadträte, Kreistage, Landrät/innen und Bürgermeister/innen gewählt werden. In ganz Nordrhein-Westfalen? Tja, leider geht’s hier nicht zu wie in „Asterix und Obelix“, Telgte kann sich trotz der Kirmes nicht aus der Kommunalwahl 2020 ausklammern.

Für Sie als Wählerin und Wähler ist das jedenfalls ein wichtiger Tag, weil Sie mit Ihrer Stimme die Zusammensetzung des Telgter Stadtrates für die dann folgenden fünf Jahre bestimmen können. Und mit einer weiteren Stimme bestimmen Sie auch, wen Sie bis Oktober 2025 mit dem Amt der Bürgermeisterin oder des Bürgermeisters für Telgte betrauen möchten.

Ich habe mich im September entschieden, dass ich mich für eine weitere Amtszeit um dieses Amt bewerben möchte. Dazu muss mich meine Partei – der Ortsverband von Bündnis 90/DIE GRÜNEN – offiziell nominieren, und dann haben Sie als Wählerinnen und Wähler im nächsten Jahr das Wort.

Seit 1984 habe ich mich ehrenamtlich in die kommunale Politik meiner Heimatstadt Telgte begeben, war knapp 25 Jahre Ratsmitglied, davon rund 15 Jahre Fraktionssprecher der Grünen, bis ich mich im Mai 2010 als hauptamtlicher Bürgermeister zur Wahl gestellt habe und mit großer Mehrheit gewählt wurde. Damals wie heute geht es mir darum, Verantwortung für die Stadt und ihre Geschicke zu übernehmen, für unser demokratisches Miteinander, für den Umgang von Verwaltung und Politik mit den Menschen in Telgte und ihren Interessen und Anliegen.

Die Entscheidung, erneut für das Amt das Bürgermeisters anzutreten, habe ich nach reiflicher Überlegung getroffen: Ich möchte weiterhin mit Freude und Elan an der Gestaltung und Entwicklung unserer Stadt mitwirken. Und schon allein die Herausforderungen des rasanten Klimawandels an die städtischen Entscheidungen und Weichenstellungen der nächsten Jahre sind für mich Antrieb genug, mich erneut als Bürgermeister zu bewerben.

Alles andere entscheiden Sie dann am 13. September 2020 – das ist insofern ein besonderer und ein besonders wichtiger Termin.

Ihr
wolfgang pieper

Liebe Telgterinnen und Telgter,

unsere kleine Stadt war in diesem Jahr Ausstellungsort für die Friedensherde aus blauen Schafen der Künstlerin Bertamaria Reetz. Die Illusion einer friedlich weidenden Schafherde ist gedacht als Symbol für ein menschliches Miteinander, die Kunstaktion appelliert an soziale Verantwortung und wirbt für eine tolerante Geisteshaltung.

Ende Juli folgte eine künstlerische Aktion der „Kulturnomaden Telgte“, einer Gruppe von unabhängigen Künstlerinnen und Künstlern, die unter dem Titel „Leben.Kultur.Fluss“ die Ems für einen Tag in den Mittelpunkt ihres Schaffens und des Bewusstseins stellten.

Bis Anfang September gastieren sieben Künstlerinnen und Künstler mit ihren Arbeiten zu den „Sieben Todsünden“ auf dem Platz zwischen Wallfahrtskirche und Kapelle und provozieren Besucher/innen und Gäste zur Auseinandersetzung mit Fragen zum heutigen Verständnis von Hochmut und Geiz, von Völlerei und Faulheit.

Kunst und Kultur spielen in Telgte eine wichtige Rolle: Im Museum RELíGIO, im städtischen Kulturprogramm, in den Aktionen von Vereinen oder Privatleuten von der Theateraufführung über Konzerte bis hin zu den vielen Aufführungen der städtischen Musikschule oder den Schulorchestern, der Chöre und Ensembles. Kunst und Kultur gehören zu Telgte, sie prägen das öffentliche Leben ganz entscheidend mit.

Und die Kunst spielt in Telgte eine Rolle im öffentlichen Raum, auf Straßen und Plätzen, zeitlich begrenzt wie etwa die Ausstellung der Trash-People von HA Schult 2011 im Dümmertpark oder dauerhaft wie die Heidemann-Skulpturen in der Historischen Altstadt. Manchmal ist diese Kunst im öffentlichen Raum gefällig und einfach nur schön, manchmal ist sie (im übertragenen Sinne) „gefährlich“, herausfordernd, provozierend oder sperrig und schwer verständlich.

Immer aber bietet Kunst und Kultur die Chance, einen anderen Blick auf die Wirklichkeit (was ist schon wirklich wirklich?) zu werfen, die künstlerische Erschaffung einer neuen, anderen Realität nachvollziehen zu können und in der Betrachtung von Kunst für einen Moment einer Welt von bloßer Zweckmäßigkeit, von Nutzen und Effizienz zu entkommen. Kunst ist dabei immer mehr als nur schön, gefällig oder anstößig. Kunst bringt Menschen zusammen, Kunst kann Menschen „auf die Palme“ bringen, Kunst kann heilsam wirken, Kunst kann anklagen, Kunst kann den Blick verändern, Kunst kann…

Kunst kann Freude machen: Im nächsten Jahr freuen wir uns über eine erneute Ausstellung der „Alltagsmenschen“ von Künstlerin Christel Lechner aus Witten. Die überlebensgroßen Betonfiguren, die bereits zum dritten Mal in Telgte gastieren werden, haben eine positive Ausstrahlung, und sie erreichen damit direkt das Herz des Betrachters. Sie erzählen kleine Geschichten, die wir aus dem Alltag wiedererkennen oder an die wir uns beispielsweise aus unserer Kindheit erinnern. Die Ausstellung wird ganz sicher wieder viele Menschen nach Telgte locken, sie wird gute Laune verbreiten, und in jedem Fall wird sie zwischen April und Anfang Juli 2020 unseren Alltag in Telgte bereichern.

Ihr
wolfgang pieper